Wie läuft ein Schwangerschaftsabbruch ab?

Es gibt verschiedene Methoden eine Schwangerschaft abzubrechen. Die gewählte Methode ist u.a. abhängig von der Dauer der Schwangerschaft. Weitere Informationen finden Sie unter www.familienplanung.de.

Beim medikamentösen Abbruch, der maximal bis zum 63. Schwangerschaftstag möglich ist, wird eine Tablette mit dem Wirkstoff Mifepriston eingenommen, der als Gegenspieler zum schwangerschaft-erhaltenden Gelbkörperhormon die Schwangerschaft beendet. 36 bis 48 Stunden danach wird ein weiteres Medikament (ein Prostaglandin-Hormon) verabreicht, das das Ausstoßen der zuvor bereits abgelösten Schwangerschaft unterstützt. Dafür halten Sie sich über mehrere Stunden in der gynäkologischen Praxis auf. Am dritten Tag nach Behandlungsbeginn findet noch einmal eine gynäkologische Untersuchung statt. Nach 8 bis 14 Tagen erfolgt eine Nachuntersuchung, die von dem Frauenarzt, der den Abbruch mit Ihnen durchgeführt hat, gemacht werden sollte. Sie dient zur Kontrolle, ob der Schwangerschaftsabbruch vollständig erfolgt ist.

Schwangerschaftsabbrüche in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten können auch operativ durchgeführt werden. Dabei wird der Fötus mit einem speziellen Instrument abgesaugt. Bei der Nachuntersuchung wird mit Ultraschall geprüft, ob kein Gewebe zurückgeblieben ist. Der operative Eingriff erfolgt entweder mit örtlicher Betäubung oder unter einer leichten Narkose, bei der ein Schlaf- und ein Schmerzmittel gespritzt werden. Die instrumentelle Absaugung erfolgt in der Regel ambulant und findet in speziell zugelassenen Arztpraxen bzw. Kliniken statt. Eine Begleitung durch eine vertraute Person ist schon beim Vorgespräch sinnvoll. Nach der Curettage muss die Patientin auf jeden Fall durch eine Begleitperson abgeholt werden. Nachwirkungen können Krämpfe sein, die wie Menstruationsschmerzen mit krampflösenden Mitteln behandelt werden können.

Bei Abbrüchen ab dem 4. Schwangerschaftsmonat wird der Muttermund medikamentös geweitet und das Kind auf normalem Wege geboren. Sie sind nur in Ausnahmesituationen mit einer medizinischen Indikation möglich.

Ein Schwangerschaftsabbruch kann für die Frau mit einer hohen psychischen Belastung einhergehen. Unsicherheiten, Schuldgefühle und depressive Verstimmungen können noch Wochen und Monate nach dem Abbruch belasten. Die wenigsten Betroffenen sprechen über ihren Abbruch und die damit verbundenen Gefühle. Dabei können Gespräche helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Auch dafür sind die Mitarbeiterinnen der Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen da. Auch Abschiedsrituale können zur Bewältigung beitragen. Trostgottesdienste finden regelmäßig statt.